#2: «ABC-Law» – Nur eine neue Webseite

Fallstudie 2 | «Digital Legal Marketing», Tobias Steinemann, im Rahmen des CAS Legal Tech (HWZ)

Themen
Publikationsdatum
05/2021
#2: «ABC-Law» – Nur eine neue Webseite

Sachverhalt

Ihr bekommt eine E-Mail von Frédéric. Er ist auf LinkedIn auf euer Team aufmerksam geworden und hat gesehen, dass ihr euch mit Kanzleimarketing beschäftigt.

Frédéric ist Partner der Kanzlei ABC-Law mit Büros in Genf und Bern. Innerhalb der Partnerschaft ist er für das Marketing zuständig. Das heisst, er betreut die Kommunikation mit den Klient*innen (Webseite, Social Media, Weihnachtskarten etc.) und macht dazu seinen Partner*innen jeweils Umsetzungsvorschläge, die dann im Plenum diskutiert werden.

Er erzählt stolz, dass ABC-Law heute 16 Partner und 23 Associates zählt. Diese beraten Klient*innen in verschiedenen Bereichen. Auf der Webseite ist dazu eine bunt durchmischte Liste von Services (Rechtsgebieten) und Industries abgebildet. Ein inhaltlicher Fokus ist nicht erkennbar. In einem Telefonat teilt euch Frédéric mit, dass die Kanzlei hauptsächlich unternehmergeführte KMUs und Startups berät und sich dabei in allen Aspekten des Wirtschaftsrechts spezialisiert hat. Neu sind die digitalen Geschäftsfelder der Kryptowährungen, der Videogames und eSports. In diesem Bereich sieht er Wachstumspotential für ABC-Law.

Die Partnerschaft habe sich in den letzten Jahren gewandelt. Es seien mehr junge Partner*innen dazugestossen und die Dynamik habe sich verändert. Frédéric berichtet zudem, dass sie mittlerweile eine ausgeglichene Geschlechtersituation auf Partnerlevel haben: 8 Frauen und 8 Männer. Das empfindet er als aussergewöhnlich und findet, dass ABC-Law auch sonst eine einzigartige Kanzlei sei. Die Leistungserbringung erfolgt unkompliziert, die Anwält*innen sind für Ihre Klient*innen einfach erreichbar und zudem stehe ABC-Law für pragmatischen Rat, der den Klient*innen wirklich weiterhilft.

Leider sei das nach aussen aus seiner Sicht nur so nicht erkennbar. Die Webseite sei in die Jahre gekommen. Sie wirke aus seiner Sicht statisch, verstaubt und inhaltlich zu wenig klar. Das wurde nie angepasst, weil das Geschäft bis heute ja nach wie vor gut laufe. Alle seien voll ausgelastet und haben wenig Zeit, um sich solch weniger wichtigen Tasks zu widmen. Frédéric fügt aber an, dass es der Firma in den letzten Jahren nicht mehr gelungen sei, den Umsatz markant zu steigern. Das wird in Partnermeetings immer wieder diskutiert. Frédéric glaubt, daran ist die Webseite schuld. Die anderen Partner*innen sind skeptisch: «Die Webseite ist doch okay», meinen die meisten. Er hat es nun aber geschafft, von der Partnerschaft einen Auftrag zu bekommen, eine Offerte für eine neue Webseite einzuholen.

Mit dieser Anfrage richtet sich Frédéric nun an euch: Er sei der Wunsch der Kanzlei, künftig wieder ein Wachstum beim Umsatz hinzubekommen. Dafür brauchen sie eine neue Webseite. Das Logo gefällt den Partner*innen nach wie vor – am Corporate Design wollen sie also nichts ändern. Da auch sonst alles rund läuft, rechnet er damit, dass sich das unkompliziert lösen lässt. Frédéric hat klare Vorstellungen. Er will eine Offerte für eine Webseite – idealerweise in drei Varianten: klein, mittel und gross. Die Grösse bezieht sich dabei auf die Komplexität und den Umfang des Projekts.

Fragen

  1. Wo seht ihr allenfalls Probleme bei der Anfrage von Frédéric?
  2. Welche (Marketing-)Vorarbeiten muss ABC-Law machen, bevor man mit der Umsetzung einer neuen Webseite starten kann?
  3. Mit welchen Zielgruppen kommuniziert ABC-Law? («Oberkategorien» reichen - kein detailliertes Profil möglich ohne weitere Infos)
  4. In den Schuhen der Zielgruppen: Welche Bedürfnisse haben diese Zielgruppen allenfalls hinsichtlich dem Angebot von ABC-Law?
  5. Werft einen Blick in den Artikel von Johanna Busmann. Welche organisatorischen Herausforderungen seht ihr für das Projekt? Wie würdet ihr Frédéric darauf hinweisen?

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