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24/10/2018
by Tobias Steinemann
Wieso Oprah bald aus Deinem LinkedIn News-Feed verschwindet
Wie Social Media Plattformen mit ihren Algorithmen unser Verhalten steuern. Ein Beispiel.

LinkedIn hat vor ein paar Tagen angekündigt, dass der Algorithmus für den News-Feed überarbeitet wird. Gut möglich, dass wir Nutzerinnen und Nutzer schon bald von einer neuen Anordnung der Inhalte profitieren. Und zwar sowohl als User, die Content teilen, als auch als Konsumentinnen und Konsumenten von Inhalten, die andere posten.

Was ist das Problem mit dem aktuellen LinkedIn-Algorithmus?

Gemäss Angaben von LinkedIn steigt die Zahl der Interaktionen (d.h. Likes, Shares, Comments etc.) auf der Plattform jährlich um 50%. Leider profitieren davon nicht alle. Offenbar geht das sogar so weit, dass lediglich 1% der User auf LinkedIn in den Genuss von entsprechenden Rückmeldungen kommt. Die grosse Mehrheit derjenigen, die Inhalte teilen, gehen (fast) leer aus.

Zweifellos lässt sich dies auch mit der Popularität gewisser Personen erklären. Richard Branson zum Beispiel hat mehrere Millionen Follower und kriegt aus diesem Pool natürlich viel mehr Reaktion. Auch auf Social Media werden die Reichen immer reicher (an Follower in diesem Fall). LinkedIn hat zudem festgestellt, dass die Zahl der Posts ohne Rückmeldung gestiegen ist.

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Quelle: LinkedIn

Auch für uns bei HeadStarterz ist LinkedIn ein wichtiger Bestandteil unserer Marketing-Strategie. Wir investieren viel Zeit und Gedankensport in die Schaffung von Inhalten sowie das Monitoring des Contents, der von anderen geteilt wird. Wir tun dies in der Absicht, für unsere Follower eine möglichst interessante Quelle der Information zu sein. Natürlich freuen wir uns, wenn unsere Inhalte gelesen, geliked, geteilt oder kommentiert werden.

LinkedIn drückt das so aus: Bei Usern, die mehr als 10 Likes für einen Post bekommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder posten um 17%. Als Plattform, die von der Kreation von Inhalten lebt, hat LinkedIn daher ein immenses Interesse daran, dass wir alle fleissig weiter posten. Der Social Media Gigant erhofft sich also durch eine Umverteilung der Reaktionen weiterhin die breite Masse zum Beitragen von Inhalten motivieren zu können.

Der neue Fokus des LinkedIn-Agorithmus

Der Algorithmus von LinkedIn bestimmt, welche Inhalte uns auf unserem Feed angezeigt werden. Das Ziel des Algorithmus besteht darin, Inhalte zu bevorzugen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion am grössten ist. LinkedIn geht davon aus, dass diese Inhalte uns interessieren. Also: Je eher wir einen Post liken oder kommentieren, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass LinkedIn ihn uns zeigt.

Soweit so gut. Aus der Sicht des Betrachters stimmt das so. Die Berechnung berücksichtigte bisher jedoch nicht, wie sehr sich der Urheber eines Posts über eine Reaktion auf seinen Beitrag freuen würde. Künftig werden die Bedürfnisse der Autorinnen und Autoren mit eingerechnet. In den Algorithmus wird ein neuer Bestandteil aufgenommen. Dieser berücksichtigt den Wert des Feedbacks auf einen Post für den Urheber desselben. Es gilt: die ersten Rückmeldungen sind die wertvollsten. Die Plattform geht davon aus, dass Oprah Winfrey, Bill Gates und Barack Obama weniger Freude an einem einzelnen Like haben als kleinere User mit geringerem Einfluss.

Das Ganze hat LinkedIn bereits mit uns Usern getestet. Ohne, dass wir was gemerkt hätten. Konkret heisst das: Oprah und Co. werden etwa 8% des Feedbacks weggenommen und an die User aus den unteren 98% verteilt werden. Für die Super-User ("Influencer") sei dies kein Problem. Schliesslich wachse die Interaktion auf LinkedIn ja jährlich um 50%. Deshalb wird auch Barack Obama 2019 mehr Likes bekommen als in diesem Jahr.

Lohnt es sich nun, die eigene LinkedIn-Aktivität zu steigern?

Nun, wie stark dieses Element gewichtet wird, wissen wir nicht. Es bleibt abzuwarten, ob wir künftig in unserem Feed mehr Posts mit weniger Likes sehen. Oder ob wir vielleicht bald schon relativ schnell zu unseren ersten 10 Likes für einen Beitrag bekommen. Nach Angaben von LinkedIn war in der Testgruppe des neuen Algorithmus eine Steigerung der wiederkehrenden Beitragenden um 5% zu beobachten.

Wir werden's testen. LinkedIn ist natürlich bereits mit dem heutigen Algorithmus ein wichtiges Netzwerk- und Informations-Tool. Social Media Plattformen sind heute auch aus dem Marketing für Beratungsunternehmen, Anwaltskanzleien und Steuerberater nicht mehr wegzudenken. Die Aktivität auf LinkedIn erfordert jedoch etwas Übung, eine klare Strategie und ein wachsames Auge. Um die Vorteile von Social Media jedoch effektiv zu nutzen braucht es vor allem gute Inhalte. Reaktionen auf eigene Beiträge gibt es auch unter dem neuen Algorithmus nicht gratis.

Noch wertvoller als die technische Hilfe von LinkedIn ist natürlich das Feedback unserer Follower. Reaktionen helfen uns zu verstehen, welche Inhalte für euch spannend sind und welche nicht. Von den vorgestellten Neuerungen versprechen wir uns aber doch, dass unsere Inhalte öfter gesehen und wir so auch mehr Usern spannenden Content bieten können.

Auch wenn LinkedIn das alles nur tut, um uns User bei Laune zu halten. Wir finden: Durchaus nobel - man nimmt's den Reichen und gibt's den Armen. Robin Hood lässt grüssen.

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